Alle Artikel in der Kategorie “Love Alien Buch

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Wolfram bei Lanz

Nach drei Jahren mein zweiter Besuch bei Markus Lanz. Damals ging es noch um den Ist-Zustand, und diesmal darum, wie es seitdem so weiterging… war eine fröhliche Runde, besonders mit Lilo Wanders und Ann-Marlene Henning. Doch, kann man sich anschauen! Startet hier im Player schon an der richtigen Stelle (wer die Sendung von vorn sehen will, muss zurückspulen!).

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Was wir (bei allem Spaß) nicht vergessen sollten

Das ungewollte, so hartnäckig unbeendbare Alleinbleiben ist ein Problem. Punkt.

Muss man ja mal sagen. Da ist es völlig Wumpe, ob einer (oder eine) diese seltsamen Organe zwischen den Beinen noch nie gemeinsam mit einem anderen Menschen benutzt hat, oder hundertmal: Wer denkt, da ist ein Problem; wer, warum auch immer, niemanden finden kann und sich darum sorgt, für lange oder für immer alleinzubleiben: der hat wohl dieses Problem.

Man kann viel über Lebenssorgen lesen, über Depression und Burnout, und dass die gar nicht so lustig sind, und keine Hirngespinste. Nun: Die Sorge, alleinzubleiben, ist für mich ebenso schwerwiegend wie andere Lebenssorgen. Man sucht sich ja seine Sorgen nicht aus. Als Sorgender hilft es auch keinen Millimeter weiter, zu hören: das sei doch kein richtiges Problem, man solle sich mal nicht so anstellen, man sei doch noch jung, man solle erstmal Spaß im Leben haben, sich nicht auf eine Beziehung versteifen, glücklich könne man nicht nur mit einem Partner werden… und das ließe sich (leider) unendlich fortsetzen.

Manchmal, das gebe ich zu, habe ich vielleicht eine zu flapsige Art, wenn ich über dieses Thema spreche. Dann kommt das so ein bisschen lustig rüber, als wäre das eigentlich gar keine große Sache. Und ja: Es war mir wichtig, dass Film und Buch nicht deprimierend sind, sondern wenigstens ein bisschen unterhaltsam und – hoffentlich – auch humorvoll…

Und dann kam es eben vor: Wenn der Love-Alien-Film mal gezeigt wurde und hinterher eine Gesprächsrunde war, wo die Leute ihre Fragen stellen konnten: dann wurde mir mitunter gesagt, ich wirke ganz anders als im Film, ich sei ja viel lustiger, gar nicht so deprimiert. Wie das denn zusammenpasse, der Wolfram im Film und der „echte“?

Naja. Ich bin schon beides. Gerne lustig, aber auch manchmal das Gegenteil. Kommt eben drauf an, wie’s grad so geht. Meine Freunde können Lieder davon singen, dass ich gut im Jammern bin. Ich hatte nun inzwischen das unfassbare, tierische Glück, dass ich doch nicht dort stehengeblieben bin, wie ich befürchtet hatte, dass mir ein paar Menschen begegnet sind, ein paar Dinge passiert, die mich heute sagen lassen: Ich fühle mich nicht mehr als Love Alien!

Aber ich habe nicht vergessen, wie beschissen das ist, Abend für Abend allein ins Bett zu gehen, über Jahre, immer mit demselben Gedanken: Wie lange noch… für immer?

Wir sollten das ernstnehmen. Vor allem die Menschen sollten wir ernstnehmen.

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Love Alien: Buch zum Film? Film zum Buch? Oder wie?

Es gibt ein Buch. Und es gibt einen Film. Heißen beide „Love Alien“ und sehen auch noch ähnlich aus. Ist es das Buch zum Film, der Film zum Buch, oder wie?

Weder, noch.

Der Film war zuerst da und ist eine Innenansicht, eine Momentaufnahme aus dem Alltag allein: mein 30. Lebensjahr, aufgenommen vom 29. bis zum 30. Geburtstag, mit einer kleinen Urlaubskamera aus der Subjektive. Er kam an der Filmhochschule als Übungsfilm zustande und sollte ursprünglich gar nicht von mir handeln, sondern von anderen Menschen mit denselben Sorgen. Als ich einem meiner Filmlehrer unter Angstschweiß und vier Augen gestand, es gehe mir übrigens selber so, das sei auch die Motivation zu diesem Thema, sagte der: Warum machst du den Film nicht über dich?

Ist dann so gekommen. Der Dreh hat ein Jahr gedauert, die Fertigstellung bis zur Premiere fast ein weiteres. Danach kam der Film ins Kino, ins Fernsehen und auf DVD. Da hatte ich Glück. Hatte ich mir zwar erhofft, dass ich damit einen Nerv treffe, auch bei Medien, aber wissen konnte ich das natürlich nicht.

Er war noch nicht veröffentlicht, da trudelte eine Email ein.

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Buch schreiben? Ich hab doch grad einen Film gemacht, was sollte im Buch anderes stehen? Ein paar Emails gingen hin und her, dann schlief die Buchidee wieder ein…

Sie schlief drei Jahre, bis sie im Frühjahr 2015 aufwachte, ausgiebig gähnte, sich streckte und nach Aufmerksamkeit verlangte. In der Zwischenzeit war einiges passiert: Nicht nur, dass ich nach zehn Jahren in eine Stadt gezogen war, in der ich mich pudelstwohlst fühlte (falls sich pudelwohl steigern lässt), ich hatte unterdessen sogar erste Gehversuche in der Liebe gemacht: Ich fühlte mich nicht mehr als Love Alien!

Vielleicht wäre das mit so einem Buch jetzt doch was? Eine Freundin, die bei der Zeitung arbeitet, riet mir, unbedingt eine Agentur zu beauftragen. Sag mal, Google: Gibt es eine Buchagentur in Leipzig? Nö, sagte Google, dafür in Berlin. Ich schrieb kurzerhand an die größte: Ob das mit so einem Buch eine gute Idee sei? Ist es, schrieb die Agentur zurück. Wir zimmerten ein Exposé zurecht, und die Agentur spammte damit die Verlage voll. Kann jetzt allerdings ein paar Wochen dauern, sagte die Agentur, grade bei Erstautoren zieren sich die Verlage oft, bis sie zusagen…

Es dauerte zwei Stunden, bis der Agent wieder anrief, selber ein wenig atemlos: Verlag hat angebissen! Dann ging es ratzfatz, Vertrag, Unterschrift, hin, her, fertig.

Das Schreiben hatte ich unterschätzt. Das ist richtig Arbeit, weit mehr als ein bisschen Tastenklappern am Abend. Und es dauert, bei mir jedenfalls, viel länger als geplant. Am Anfang hat ein Kapitel geschlagene zwei bis drei Wochen verschlungen, und hinterher hab ich mir erstmal stolzgeschwellt die Schulter geklopft und das Kapitel an sämtliche Freunde verschickt, ob sie nun wollten oder nicht. Und eine wohlverdiente Pause eingelegt. So verging der Sommer, im Nu war der erste Abgabetermin heran und wurde im vollen Schreibgalopp gerissen: nicht zu halten. Auch der zweite nicht, und auch nicht der dritte. Dabei wurde ich im Schreiben immer schneller, zum Schluss mussten pro Kapitel zwei, drei Tage reichen. Den ganzen Mist vom Anfang, diese Zweiwochenkapitel, hatte ich inzwischen längst weggeschmissen, und ich verschickte auch nichts mehr, vorsichtshalber.

Der Film ist die Momentaufnahme, die mittendrin im Einsamkeitsschlamassel steckt, es geht mehr um Stimmungen als um Erklärung. Das Buch erzählt ganz anders, und es erzählt viel mehr. Zum Schreiben braucht man ja weder Filmmaterial noch O-Töne. Es gab tatsächlich noch einiges zu sagen, das im Film gar nicht auftauchen konnte, ohne Bilder. Klar finden sich Geschichten hüben wie drüben, ich bin ja derselbe. Aber das Buch geht doch deutlich über den Film hinaus, und – vielleicht am wichtigsten: es gbt eine Lösung. So eine Art jedenfalls.

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Kein Zurück mehr: die Verlagsvorschau

Wie kommt das Buch in die Buchläden?

Landauf, landab tingeln dieser Frühlingstage die freundlichen Vertreter des Verlags durch die Buchläden, von Borkum bis Bielefeld. Bei Holundertee und Butterkeksen, so jedenfalls stelle ich mir das vor, stehen sie mit den Buchhändlern am Verkaufstresen beisammen, übrigens allesamt kluge und einfühlsame Menschen, belesen sowieso, das gehört schließlich zum Beruf, die ihre Kundschaft, die Bücherwürmer und Schmökerschmecker, genau kennen und sowieso einen der besten Berufe der Welt haben, und das war eine zutiefst ehrliche und garantiert ironiefreie Aussage über Buchhändler. Die Vertreter also ziehen, ein bisschen stolz und mit sanften Fingern, die nagelneue Verlagsvorschau aus dem Koffer aus Krokodilstränenleder, blättern sanft von vorn bis hinten durch das bunte Heft und erzählen schwärmerisch von den Büchern, die von Herbst bis Winter erscheinen sollen.

Und meins ist mit dabei. Kaum zu fassen! Eben hab ich doch noch Tag für Tag vor meinem Tablett in eine Bluetooth-Tastatur getippt, der die Tasten ausfielen wie einem Dreijährigen die Zähne, in der Leipziger Unibibliothek. Das soll ein Buch werden? Nie im Leben! hab ich denken müssen, während ich dran verzweifelte, halbwegs gerade Gedanken in nicht allzu krummen Sätzen unfallfrei zu Display zu bringen. Und schon soll es erscheinen…

Naja, schon. Ein bisschen dauert es dann ja doch noch. 27. Oktober!

Die ganze Verlagsvorschau der Fischer-Sachbücher gibt es übrigens hier.

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Love Alien: Warum ich erst mit 31 Sex hatte… und das mit der Liebe so verdammt kompliziert ist

Das erste schonungslos offene Buch von einem Spätzünder, der doch noch sein Glück findet.

30, männlich, ungeküsst: Wolfram Huke ist eigentlich ein ganz normaler Typ. Er ist Ende zwanzig, hat Filmregie und Philosophie studiert, arbeitet als Filmemacher und Journalist, hat einen großen Freundeskreis. Was er aber noch nie hatte: Freundin, Knutschen, Sex.

Über sowas spricht man nicht. Das merkt man schon daran, dass es dafür nicht mal ein anständiges Wort gibt. Erwachsene männliche Jungfrau ist vielleicht noch die beste Umschreibung, die das Deutsche hergibt. Da weiß wenigstens jeder, was Sache ist. Wenn Wolfram Knutschpaare auf der Straße sieht, fühlt sich das für ihn so weit weg an, als käme er von einem anderen Stern.

Die Fragen und guten Ratschläge kennt er inzwischen alle. Sie reichen von „Und, haste endlich?“ über „Die Richtige findest du dann, wenn du aufhörst zu suchen“ bis zu „Meld dich doch mal zu einem Tanzkurs an.“ Wolfram Huke testet Speeddating, meldet sich beim Online-Dating und in Foren für Absolute Beginners an – findet aber schließlich seinen eigenen Weg aus der Einsamkeit. Er fängt an, über sich und sein Problem zu sprechen. Mehr noch: Er filmt sich ein Jahr lang selbst, beim Ausgehen, beim Daten, eigentlich bei allem. Daraus entsteht der preisgekrönte Dokumentarfilm „Love Alien“, der in Kino und Fernsehen läuft und im Frühjahr 2013 Aufmerksamkeit erregt.

Das Buch geht weit über den Film hinaus: Inzwischen hat sich Wolframs Leben komplett verändert…

FISCHER Taschenbuch
ISBN 978-3-596-03486-4
voraussichtlich ab 27. Oktober 2016 im Buchhandel