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Wie findet man mit 30 seine erste Freundin?








Daten

Titel: Love Alien – beziehungsweise allein
Produktionsland, -jahr: Deutschland 2012
Länge: 72 Minuten
Sprache: Deutsch/Englisch mit Untertiteln
Erstaufführung: Int. Hofer Filmtage 2012
Kinostart: 16.05.2013
Credits

Über den Film

Sie werden Dauersingles, absolute Beginner oder Menschen ohne Beziehungserfahrung genannt. Sie haben nie Händchen gehalten oder im Kino geknutscht. Wissen nicht, wie man einen Partner findet, "wie man das macht" mit der Liebe. Haben sich verliebt, sind aber nie zurück geliebt worden. Dabei ist ihnen ihr Defizit äußerlich nicht zwangsläufig anzusehen. Es gibt sie in dick und dünn, männlich und weiblich, alt und jung. Unerkannt und ungeküsst leiden sie still für sich und richten sich notgedrungen allein im Leben ein – einem immer nur vorläufigen Leben, denn ganz können sie die Hoffnung doch nicht aufgeben...

Vermutlich keine kleine, aber eine unsichtbare Minderheit. 

LOVE ALIEN ist ein Film aus der Ich-Perspektive: Die Innenansicht eines ungewollt beziehungslosen Lebens in einer Welt, wo der Liebe kaum zu entkommen ist. Die Suche nach Antworten auf das Warum, nach Auswegen aus dem Alleinsein, nach Zugängen zur Welt der Liebenden.

Ein Jahr lang, vom 29. bis zum 30. Geburtstag, trägt Dokumentarfilmer Wolfram Huke eine kleine Kamera bei sich. Ursprünglich wollte er mit ihr auf Partnersuche gehen, doch dieser Plan geht nicht auf: Frauen und die Liebe erweisen sich als kamerascheu. Stattdessen richtet Wolfram die Kamera auf sich und seine Art zu leben, unternimmt Ausflüge in die Welt der Liebenden und beginnt, an sich zu arbeiten. So entsteht eine schonungslose Auseinandersetzung mit sich und den anderen, die einiges zutage fördert. Nur keine einfachen Antworten.





Filmemacher



Wolfram Huke
Buch, Regie, Kamera

Geboren 1981 in Mühlhausen (Thüringen). Mit 15 erstes Zeitungspraktikum, dann Lokalreporter. Zivildienst in Krakau/Polen mit der Pflege ehemaliger KZ-Häftlinge. 2002 Philosophiestudium an der Hochschule für Philosophie München. Journalistenausbildung und Arbeit als freier Journalist. 2006 Regiestudium an der Münchner Filmhochschule. Arbeit als Filmemacher, Kameramann und Hobby-Hörbuchsprecher.

Porträt Wolfram Huke

Wolfram hat mehrere kurze und zwei mittellange Dokumentarfilme gedreht, außerdem zahlreiche Magazinbeiträge und Reportagen fürs Fernsehen. Seine Filme liefen auf internationalen Filmfestivals und wurden mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem ersten Preis der Documenta Madrid und mit dem deutsch-israelischen Filmpreis der Bundesregierung. LOVE ALIEN ist Wolframs erster langer Dokumentarfilm.


Marion Tuor
Schnitt

Marion Tuor, 1978 geboren, studierte an der Nationalen Dänischen Filmschule in Kopenhagen Filmschnitt. Seit ihrem Abschluss 2007 arbeitet sie als freie Filmeditorin mit Schwerpunkt Dokumentarfilm. Filme unter ihrer Mitarbeit haben verschiedene Preise gewonnen, u.a. den Dokumentarfilmpreis Nordische Filmtage Lübeck 2009 für „Von Thailand nach Thy“ sowie den zweiten Platz beim Carnegie Award 2008 für „A Viscious Undertow“ des Videokünstlers Jesper Just. Marion lebt mit ihrem Mann und Kind in Berlin.

Filmeditorin Marion Tuor


Statement des Regisseurs

Jeder Filmemacher hat seine Liste an Filmen, die er machen muss. Das Thema von LOVE ALIEN stand auf meiner Liste ganz oben: das Lebensunglück von Menschen, die keinen Partner finden. Weil es mich selbst betrifft, eines meiner Lebensthemen ist, wollte ich darüber einen Film machen. Hinzu kommt, dass es mich immer wieder geärgert hat, was darüber gedruckt und gesendet wurde, das dumm, herablassend, oberflächlich oder nichtssagend war. Manchmal alles auf einmal.

Ursprünglich sollte es ein konventioneller Dokumentarfilm werden, mit mir als Filmemacher hinter – und anderen Betroffenen vor der Kamera. Die Ich-Perspektive der Tagebuchkamera, mit der ich meinen eigenen Alltag allein aufzunehmen begann, sollte nur dazu dienen, Ideen für den Film zu entwickeln. Erst beim Reden mit Freunden und Kollegen bin ich darauf gekommen, ob nicht die Ich-Perspektive sogar die bessere Wahl ist: Wenn ich als Filmemacher bereit bin, so offen und ehrlich zu sein, wie ich mir das auch von Protagonisten erhofft hätte, dann ist anders doch kaum näher ans Thema heranzukommen.

Die Gefahr dabei lag in der Selbstinszenierung. Normalerweise investiert ein Dokumentarfilmer viel Zeit, damit seine Protagonisten sich ans Beobachtetwerden gewöhnen. Wer jedoch vor und hinter der Kamera zugleich steht, kann darauf kaum hoffen: Ich selbst bin es, der die Kamera anschaltet. Weil ich mich weder mit der Kamera überraschen noch heimlich beobachten kann (so wenig man in der Lage ist, sich selbst zu kitzeln oder einen Witz zu erzählen), blieb die Gefahr der Selbstinszenierung bestehen. Dass aus dem anfangs rein privaten Kamera-Experiment der Film LOVE ALIEN entstehen konnte, liegt daran, dass ich glaube zu einem Mindestmaß an Authentizität gefunden zu haben.

Credits

Buch, Regie, Kamera: Wolfram Huke

Schnitt: Marion Tuor
Musik: Benjamin Hansen, Wolfram Huke
Grafik- & Titeldesign: Anja Telkmann

Sounddesign: Jörg Elsner
Tonmischung: Benedikt Hoenes
Geräuschsynchron: Amadeus Bodis
Farbkorrektur: Harald Mauch

Redaktion: Natalie Lambsdorff
Herstellungsleitung: Ferdinand Freising
Herstellungsassistenz: Anna Katharina Engel
Filmgeschäftsführung: Margit Werb-Alraun
Dramaturgische Beratung: Daniel Sponsel
Gesamtleitung: Prof. Heiner Stadler

Eine Produktion der Hochschule für Fernsehen und Film München
in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk

Im Verleih von Film Kino Text