haelften
Kommentare 0

Was wir (bei allem Spaß) nicht vergessen sollten

Das ungewollte, so hartnäckig unbeendbare Alleinbleiben ist ein Problem. Punkt.

Muss man ja mal sagen. Da ist es völlig Wumpe, ob einer (oder eine) diese seltsamen Organe zwischen den Beinen noch nie gemeinsam mit einem anderen Menschen benutzt hat, oder hundertmal: Wer denkt, da ist ein Problem; wer, warum auch immer, niemanden finden kann und sich darum sorgt, für lange oder für immer alleinzubleiben: der hat wohl dieses Problem.

Man kann viel über Lebenssorgen lesen, über Depression und Burnout, und dass die gar nicht so lustig sind, und keine Hirngespinste. Nun: Die Sorge, alleinzubleiben, ist für mich ebenso schwerwiegend wie andere Lebenssorgen. Man sucht sich ja seine Sorgen nicht aus. Als Sorgender hilft es auch keinen Millimeter weiter, zu hören: das sei doch kein richtiges Problem, man solle sich mal nicht so anstellen, man sei doch noch jung, man solle erstmal Spaß im Leben haben, sich nicht auf eine Beziehung versteifen, glücklich könne man nicht nur mit einem Partner werden… und das ließe sich (leider) unendlich fortsetzen.

Manchmal, das gebe ich zu, habe ich vielleicht eine zu flapsige Art, wenn ich über dieses Thema spreche. Dann kommt das so ein bisschen lustig rüber, als wäre das eigentlich gar keine große Sache. Und ja: Es war mir wichtig, dass Film und Buch nicht deprimierend sind, sondern wenigstens ein bisschen unterhaltsam und – hoffentlich – auch humorvoll…

Und dann kam es eben vor: Wenn der Love-Alien-Film mal gezeigt wurde und hinterher eine Gesprächsrunde war, wo die Leute ihre Fragen stellen konnten: dann wurde mir mitunter gesagt, ich wirke ganz anders als im Film, ich sei ja viel lustiger, gar nicht so deprimiert. Wie das denn zusammenpasse, der Wolfram im Film und der „echte“?

Naja. Ich bin schon beides. Gerne lustig, aber auch manchmal das Gegenteil. Kommt eben drauf an, wie’s grad so geht. Meine Freunde können Lieder davon singen, dass ich gut im Jammern bin. Ich hatte nun inzwischen das unfassbare, tierische Glück, dass ich doch nicht dort stehengeblieben bin, wie ich befürchtet hatte, dass mir ein paar Menschen begegnet sind, ein paar Dinge passiert, die mich heute sagen lassen: Ich fühle mich nicht mehr als Love Alien!

Aber ich habe nicht vergessen, wie beschissen das ist, Abend für Abend allein ins Bett zu gehen, über Jahre, immer mit demselben Gedanken: Wie lange noch… für immer?

Wir sollten das ernstnehmen. Vor allem die Menschen sollten wir ernstnehmen.

Schreibe eine Antwort